ADHS-GlossarWas ist ein Meltdown bei ADHS?

Meltdown

Ein Meltdown ist eine Entladung nach anhaltender Überlastung, die sich nach außen richtet und nicht steuerbar ist.

Was damit gemeint ist

Ein Meltdown wirkt oft wie ein Wutausbruch, funktioniert aber anders. Ein Wutausbruch hat ein Ziel und lässt sich im Zweifel abbrechen. Ein Meltdown ist eine Entladung, die bereits läuft.

Der sichtbare Anlass ist deshalb meist nicht die Ursache. Er ist der letzte Beitrag zu einer Last, die über Stunden oder Tage aufgebaut wurde — Reize, Konflikte, Schlafmangel, dauernde Anpassung.

Auch dieser Begriff ist keine Diagnose. Er stammt aus dem Sprachgebrauch von Betroffenen und beschreibt eine Erfahrung, für die Alltagswörter wie ausrasten deutlich zu kurz greifen.

Wie es sich anfühlen kann

Nicht als Diagnose, sondern als alltagsnahe Beschreibung des Moments.

Charakteristisch ist die Diskrepanz zwischen Auslöser und Ausschlag: Ein verschütteter Kaffee oder eine harmlose Rückfrage steht am Ende einer Kette, die niemand von außen gesehen hat.

Danach folgt häufig Scham, weil die Reaktion im Rückblick unverhältnismäßig aussieht. Diese Scham baut wiederum neue Last auf und macht den nächsten Meltdown wahrscheinlicher.

Schritt für Schritt

Vom Begriff zur nächsten konkreten Handlung.
  1. 1
    Meltdown für den aktuellen Moment einordnen
    Prüfe zuerst, ob Meltdown dein aktuelles Muster wirklich beschreibt, statt nur allgemein interessant zu klingen.
  2. 2
    Mit einer konkreten Akut-Antwort starten
    Wenn es gerade akut ist, starte direkt mit ADHS-Reizüberflutung — der Kopf ist gerade zu voll.
  3. 3
    Den passenden Pfad wählen
    Nutze danach den Match, damit aus dem Begriff ein Tool oder Pack wird, das zu deinem Muster passt.

Häufige Fragen

Ist ein Meltdown einfach ein Wutanfall?

Nein. Ein Wutanfall verfolgt ein Ziel und lässt sich im Zweifel unterbrechen. Ein Meltdown ist eine Entladung nach Überlastung und in dem Moment nicht steuerbar.

Warum passiert es oft zu Hause und nicht im Job?

Weil außen häufig länger angepasst wird. Die Last baut sich dort auf und entlädt sich dann dort, wo die Anpassung endlich nachlässt. Das sagt nichts über die Beziehung aus.

Was ist im Nachgang sinnvoll?

Erst Erholung, dann Ursachensuche. Solange der Pegel noch hoch ist, führt Aufarbeitung meist zu neuer Last. Die Kette davor ist der eigentliche Ansatzpunkt, nicht der Auslöser.

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Verantwortlich + Hinweis

Konzeption: Dojitai, ein unabhängiges Einzelprojekt auf Basis persönlicher Praxiserfahrung und der Auseinandersetzung mit Sach- und Fachliteratur. Nicht psychologisch oder medizinisch fachgeprüft. Stand: August 2026.

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Meltdown bei ADHS: Überlastung, die überläuft | Dojitai ADHS