ADHS-GlossarWas ist RSD bei ADHS?

RSD

RSD beschreibt eine extrem schnelle, überproportionale Schmerzreaktion auf gefühlte Zurückweisung oder Kritik.

Was damit gemeint ist

RSD steht für Rejection Sensitive Dysphoria. Gemeint ist nicht einfach nur Kränkbarkeit, sondern ein Moment, in dem Kritik oder Distanz körperlich und emotional viel härter einschlagen als für andere Menschen sichtbar ist.

Im ADHS-Kontext ist das Wort hilfreich, weil es ein Muster benennt: Du weißt oft rational, dass die Mail, der Blick oder der Nebensatz nicht das Ende der Welt ist, und gleichzeitig fährt dein System binnen Sekunden voll hoch.

Der Begriff erklärt das Erleben. Er entschuldigt nicht alles, aber er nimmt dem Moment das moralische Etikett. Es ist nicht automatisch Überempfindlichkeit, Schwäche oder Unreife.

Wie es sich anfühlen kann
Nicht als Diagnose, sondern als alltagsnahe Beschreibung des Moments.

Im Alltag fühlt sich RSD oft an wie ein plötzlicher Sturz. Eben war noch alles normal, dann reicht ein kurzes Feedback und innerlich kippt der ganze Tag: Scham, Wut, Rückzug, Rechtfertigungsdrang oder der Impuls, sofort alles abzubrechen.

Viele beschreiben, dass sie nach außen halbwegs ruhig wirken, innen aber schon komplette Geschichten bauen: Ich habe versagt. Die Person ist gegen mich. Ich muss das jetzt sofort reparieren oder verschwinden.

Schritt für Schritt
Vom Begriff zur nächsten konkreten Handlung.
  1. 1
    RSD für den aktuellen Moment einordnen
    Pruefe zuerst, ob RSD dein aktuelles Muster wirklich beschreibt, statt nur allgemein interessant zu klingen.
  2. 2
    Mit einer konkreten Akut-Antwort starten
    Wenn es gerade akut ist, starte direkt mit ADHS-Reizüberflutung — der Kopf ist gerade zu voll.
  3. 3
    Den passenden Pfad wählen
    Nutze danach den Match, damit aus dem Begriff ein Tool oder Pack wird, das zu deinem Muster passt.
Häufige Fragen
Ist RSD eine offizielle Diagnose?
Nein. Der Begriff ist vor allem im ADHS-Alltag nützlich, um ein wiederkehrendes Muster zu benennen. Er ersetzt keine Diagnose und ist eher Beschreibung als formale Kategorie.
Heißt RSD, dass jede Kritik unfair ist?
Nein. Kritik kann berechtigt sein und sich trotzdem übergroß anfühlen. Der Punkt ist, die Intensität des Moments von der eigentlichen Sache zu trennen.
Was hilft im Akutmoment am schnellsten?
Erst regulieren, dann interpretieren. Wenn dein System schon brennt, bringt Analyse wenig. Deshalb sind kurze Akut-Tools oft der bessere erste Schritt als lange Gespräche.
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