ADHS-GlossarWas bedeutet Masking bei ADHS?

Masking

Masking beschreibt das laufende Überspielen von Anstrengung, Unruhe oder Reizlast, damit nach außen alles unauffällig wirkt.

Was damit gemeint ist

Masking meint nicht Verstellen im Sinne von Täuschung. Gemeint ist die dauerhafte Feinarbeit, mit der du Zappeln unterdrückst, Blickkontakt dosierst, Antworten vorsortierst und Erschöpfung nicht zeigst.

Bei ADHS läuft diese Anpassung oft über Jahre nebenher und wird kaum noch bemerkt. Sie funktioniert gut genug, dass von außen niemand etwas sieht, und kostet trotzdem durchgehend Kapazität.

Genau darin liegt die Falle: Weil das Ergebnis unauffällig aussieht, wird die Anstrengung weder von anderen noch von dir selbst eingerechnet. Der Aufwand taucht erst auf, wenn danach nichts mehr geht.

Wie es sich anfühlen kann

Nicht als Diagnose, sondern als alltagsnahe Beschreibung des Moments.

Typisch ist das Gefälle zwischen außen und innen: ein Termin läuft gut, du wirkst präsent und zugewandt, und danach reicht die Kraft nicht mehr für eine Nachricht oder den Einkauf.

Viele beschreiben außerdem, dass Masking sich nicht abschalten lässt, selbst wenn es gerade nicht nötig wäre. Es läuft dann auch dort weiter, wo Nachlassen erlaubt wäre.

Schritt für Schritt

Vom Begriff zur nächsten konkreten Handlung.
  1. 1
    Masking für den aktuellen Moment einordnen
    Prüfe zuerst, ob Masking dein aktuelles Muster wirklich beschreibt, statt nur allgemein interessant zu klingen.
  2. 2
    Mit einer konkreten Akut-Antwort starten
    Wenn es gerade akut ist, starte direkt mit ADHS-Energieloch mitten am Tag — was matcht zu deiner Energie?.
  3. 3
    Den passenden Pfad wählen
    Nutze danach den Match, damit aus dem Begriff ein Tool oder Pack wird, das zu deinem Muster passt.

Häufige Fragen

Ist Masking dasselbe wie sich zusammenreißen?

Ähnlich, aber dauerhafter. Zusammenreißen beschreibt eine einzelne Situation. Masking läuft oft über den ganzen Tag und über Jahre, ohne dass es noch bewusst entschieden wird.

Warum bin ich nach harmlosen Terminen so erledigt?

Weil neben dem eigentlichen Inhalt parallel Selbstbeobachtung, Impulsbremse und Anpassung mitlaufen. Diese Schicht ist unsichtbar, verbraucht aber echte Kapazität.

Ist Masking ein ADHS-Diagnosekriterium?

Nein. Der Begriff stammt aus Selbstbeschreibungen von Betroffenen und beschreibt eine Erfahrung, keine Diagnose. Er hilft trotzdem, das Gefälle zwischen Außenwirkung und Erschöpfung einzuordnen.

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Verantwortlich + Hinweis

Konzeption: Dojitai, ein unabhängiges Einzelprojekt auf Basis persönlicher Praxiserfahrung und der Auseinandersetzung mit Sach- und Fachliteratur. Nicht psychologisch oder medizinisch fachgeprüft. Stand: August 2026.

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Masking bei ADHS: Anpassung und ihr Preis | Dojitai ADHS