Kündigen oder bleiben ist fast nie die ganze Frage.
Montagmorgen sagt kündigen. Nach einem guten Gespräch sagt bleiben. Am Wochenende klingt alles weniger dramatisch — bis die nächste Sitzung dieselbe Frage zurückbringt. So wird aus einer Jobentscheidung ein tägliches Stimmungsreferendum.
Eine Pro-Contra-Liste hilft wenig, wenn beide Spalten je nach Tagesform ihre Gewichte wechseln. Entscheidend sind die stabileren Fragen: Was ist nicht mehr verhandelbar? Welche Option C gibt es? Was kostet ein weiterer Monat? Und woran würdest du später erkennen, dass neu entschieden werden muss?

Was Der Kartentisch tut
Der Kartentisch führt kein Kündigungsorakel. Er legt Kündigen, Bleiben und echte Zwischenformen nebeneinander: internes Gespräch, Pensum ändern, Suche mit Frist, Rollenwechsel oder bewusster Status quo mit Preisschild.
Mit der Pre-Mortem-Linse prüfst du, woran jede Richtung scheitern könnte, ohne das Scheitern vorherzusagen. Danach formulierst du selbst den Kurs und die Bedingung, unter der der Fall wirklich wieder geöffnet wird.
Vom Montagsschmerz zur überprüfbaren Entscheidung
Fiktiver Kurzdurchlauf mit Pre-Mortem — keine Kündigungsempfehlung.
Mein Team ist gut, aber die Rolle besteht fast nur noch aus Administration. Ich denke seit acht Monaten ans Kündigen und habe noch keine Bewerbungen geschrieben.
Nicht nur: kündigen oder bleiben. Sondern: Gibst du der jetzigen Rolle bis zu einem festen Termin eine belegbare Chance zur Veränderung — oder beginnst du parallel eine Suche, ohne heute ins Leere zu kündigen?
Angenommen, die parallele Suche war in 18 Monaten ein Fehler: Woran hättest du das früh bemerkt? Was wäre dann dein erster korrigierender Zug?
Ich führe bis zum 15. August ein Gespräch über Rollenanteile und starte parallel drei konkrete Gespräche. Neu entschieden wird, wenn bis Ende September weder Rollenänderung noch ein tragfähiges Angebot vorliegt.
So funktioniert es
- 1Scheinfrage schärfen
Aus Kündigen ja/nein die konkrete Frage machen, die zu deiner tatsächlichen Lage gehört.
- 2Option C finden
Zwischen sofort gehen und unverändert bleiben reversible Zwischenzüge sichtbar machen.
- 3Dienstage vergleichen
Den gewöhnlichen Arbeitsalltag jeder Option in 18 Monaten statt nur den grossen Wechselmoment betrachten.
- 4Kurs festhalten
Entscheid, Gründe, ersten Schritt und überprüfbare Revisions-Bedingung versiegeln.
Was du davon hast
- Keine pauschale Kündigungsempfehlung und keine Quiet-Quitting-Diagnose.
- Option C und Preis des Wartens werden ausdrücklich sichtbar.
- Der erste Schritt passt in 48 Stunden, auch wenn der Wechsel Monate dauert.
- Der Zweifel-Modus schützt den Entscheid vor jedem schlechten Montag.
Häufige Fragen
Empfiehlt mir die KI zu kündigen?
Nein. Der Kartentisch darf keine Option empfehlen oder als besser markieren. Er hilft dir, deine eigenen stabilen Gründe, Risiken und nächsten Schritte zu ordnen.
Kann ich auch eine Zwischenlösung prüfen?
Ja. Die vergessene Option C ist fester Teil der Seekarte: etwa ein internes Gespräch, ein befristeter Versuch, Pensumsänderung oder eine Suche mit klarem Stichtag.
Ist das Arbeits- oder Rechtsberatung?
Nein. Für Kündigungsfristen, Verträge oder rechtliche Folgen brauchst du eine Fachstelle. Der Kartentisch bearbeitet nur deine persönliche Entscheidungsstruktur.
Muss ich mich anmelden?
Nein. Die Nutzung ist in der Aufbauphase kostenlos und ohne Konto möglich; das Entscheidungslogbuch bleibt lokal auf deinem Gerät.